Der wunderbare Einhorn-Brunnen

Das Blog der Blauen Blume erinnerte mich daran, dass ich über dieses wunderbare Brunnentier etwas loswerden will. Nicht nur das Fabeltier aus Muschelkalk beeindruckt, ganz besonders anrührend ist auch die im Jahr 2005 an der Brunnenmauer angebrachte bronzene Schrifttafel mit einem Gedicht von Hilde Domin; dazu im letzten Absatz.

Leider steht das Einhorn heute seit der Vertunnelung der Hügelstaße und dem Bau der Rennbahn Kirchstraße / Holzstraße an einem der hässlichsten und blutigsten (1) (2) (3) Orte Darmstadts. Dennoch wirkt es noch immer geheimnisvoll und erhaben und nach der Reinigung durch die Stadt im Februar 2011 fast im ursprünglichen Zustand, wie ihn der Künstler Hermann Geibel entwarf und der Bildhauer Hans Scheibel 1952-1954 schuf. Ein Foto von 1961 findet ihr hier. Eigentlich wollte Geibel in Anlehnung an die Einhorn-Mythologie den Verfall und hatte erbeten, keine Hand an das Tier zu legen. Die Stadtverwaltung schöpfte laut Echo-Online aus nicht genannter Quelle die Information, dass der Künstler die Reinigung mit Wasser geduldet hätte und setzte den Dampfstrahler an. Ob das Tier dadurch gegenüber dem letzten Zustand gewonnen hat, ist hier zu vergleichen – mein eigenes Foto aus 2005 konnte ich trotz ewiger Wühlerei nicht mehr auffinden.

Die bronzene Schrifttafel trägt die Zeilen von Hilde Domin:

Einhorn

Die Freude
dieses
bescheidenste Tier
dies sanfte Einhorn

so leise
man hört es nicht
wenn es kommt
wenn es geht
mein Haustier
Freude

wenn es Durst hat
leckt es die Tränen
von den Träumen

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